Eine Sieben-Tage-Woche kann so kurz sein: Das "Wunschoma - Wunschopa" - Projekt in Kaiserslautern
„Senioren sollen sich eine sinnvolle Tätigkeit suchen und nicht vor dem Fernseher sitzen.“ So geradlinig appelliert Doris Ende, 67 Jahre, an ihre Altersgenossen. Für sie könnte die Woche manchmal zehn statt sieben Tage haben. Im Alter aktiv zu bleiben, ist für sie besonders wichtig. Mit vollem Eifer widmet sich Doris Ende seit Jahren den unterschiedlichsten ehrenamtlichen Tätigkeiten und ist ausgebildete Senior-Trainerin.
Diese Qualifizierung hat sie innerhalb des Programms „Erfahrungswissen für Initiativen EFI“ erworben. Noch während der Weiterbildung kam ihr die Idee, ein eigenes ehrenamtliches Projekt mit Namen „Wunschoma – Wunschopa“ in Kaiserslautern ins Leben zu rufen. Ihren Überlegungen folgten Taten. Mit dem Kinderschutzbund als unterstützendem Partner vermittelt sie seit Oktober 2006 „Wunschomas“ und „Wunschopas“ an junge Familien und Alleinerziehende. „Davon profitieren alle Generationen,“ ist Doris Ende überzeugt, „Senioren gehen einer erfüllenden Tätigkeit nach und können ihr Erfahrungswissen weitergeben. Die Eltern sind dankbar für die Unterstützung und die Kinder genießen es, dass sich jemand einmal ausschließlich um sie kümmert.“ Endlich einmal spielen, ohne auf die Uhr zu schauen.
Mit ihrem Projekt „Wunschoma – Wunschopa“ versteht sich Doris Ende als Multiplikatorin. Seniorinnen und Senioren, die ähnliche Projekte ins Leben rufen möchten, besucht sie persönlich. Auf diesem Weg können Interessierte von ihrer Projekterfahrung profitieren. In Städten wie Landau, Wittlich und Neustadt entstehen bereits erste „Nachahmer“.
Obwohl sie zeitlich durch das Projekt stark eingebunden ist, stellt sich Doris Ende weiteren Aufgaben. Dreimal wöchentlich leitet sie ehrenamtlich Bridge-Übungsabende. „Das intelligente Kartenspiel fördert die Konzentration und den Austausch zwischen den Mitgliedern“ sagt sie begeistert. Zusätzlich hilft sie jeden Samstag in der Tourismusinformation der Stadt Kaiserslautern aus und ist als Willkommenslotse für Neubürger der Stadt tätig. Am Wochenende besucht sie regelmäßig ihre Tochter und ihr Enkelkind in Mainz.
Bei Doris Ende kommt so schnell keine Langeweile auf. Sie fördert aktiv das Miteinander der Generationen und die Einbindung älterer Menschen in die Gesellschaft. Zur Auftaktveranstaltung des Programms „Aktiv im Alter“ war sie persönlich in Berlin vor Ort. Gemeinsam mit ihrem Mann gehört sie zu den ersten Unterstützerinnen des Memorandums „Mitgestalten und Mitentscheiden – ältere Menschen in Kommunen“. Für die Zukunft wünscht sich Doris Ende, dass noch mehr für junge Familien getan wird.

