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Aktiv im Alter

Sie könnten mehr Spuren hinterlassen als eine Kuhle im Sofa.

Altes rotes Sofa mit ausgesessener Sitzfläche


Netze spinnen im Kiez: Berlin-Lichtenberg startet Programm Aktiv im Alter

Lichtenberg_alleGroßansicht des Bildes80 Seniorinnen und Senioren trafen sich in Berlin-Lichtenberg um sich über Fragen und Themen im Rahmen des Programms "Aktiv im Alter" auszutauschen. 

„Ich habe mich gewöhnt
an Döner, Pasta, Online,
an meinen kurzen Atem
an Pizza, an´s Alleinsein . . .“

... auch in lyrischer Form kann man sich produktiv mit dem Alter auseinander-setzen, so wie hier die 85jährige Preisträgerin des Lichtenber-ger Poeten-wettbewerbs, Elisabeth Hackel, deren vollständiges Gedicht wir am Schluss noch einmal aufnehmen werden. Es führt mitten hinein ins Nachbarschaftshaus „Kiezspinne“ in Berlin-Lichtenberg, wo sich Ende Januar mehr als 80 Seniorinnen und Senioren trafen, um Netzwerke zu knüpfen und die Angebote für äl-tere Menschen vor Ort zu verbessern.

Im Rahmen des Programms „Aktiv im Alter“ kamen hier Vertreter von Verwaltung, Politik, Schulen und Krankenhäusern mit den Seniorinnen und Senioren zusammen, um gemeinsam die Bedingungen des „Altwerdens im Kiez“ zu diskutieren und neue Lösungen auf den Weg zu bringen.

Vorträge (u.a. zum demographischen Wandel) und Diskussionen mit den Stadträten standen ebenso auf dem Programm wie Gruppenarbeit zu speziellen Themen. Darunter waren z.B. Hilfen für Menschen, die nur beschränkt mobil sind, Potenziale der jüngeren Alten und gesundes Älterwerden vor Ort.

Auch die zahlreichen Vorschläge, die im Laufe der vergangenen Wochen in die „1000-Wünsche-Box“ eingeworfen worden waren, wurden ausgewertet: Sie konzentrierten sich auf die Themenfelder „Wohnen und Wohnumfeld“, „Sport- und Kulturangebot“ sowie „Mobilität“.

Viele ältere Kiezbewohner möchten außerdem zukünftig den Dialog mit der Jugend verbessern. Sie denken dabei beispielsweise an engere Kooperationen mit Schulen. Das kulturelle Rahmenprogramm in Form von Klavierunterhaltung des 91jährigen Walter Elsner und Vorträgen selbstgeschriebener Gedichte aus der Feder älterer Lichtenberger sorgte zwischendurch für angenehme Entspannung.

Lichtenberg_PianistGroßansicht des BildesWalter Elsner (91) begeistert durch sein Klavierspiel bei der Veranstaltung.

In den kommenden Wochen soll nun ein Projektgremium Vorschläge sammeln, wie und wo aus den vielen Vorschlägen konkrete Projekte werden können. Um die Herausforderungen des demographischen Wandels gemeinsam mit den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern meistern zu können, seien immer wieder neue Ideen und Kooperationen vor Ort gefragt, sagte die Lichtenberger Bezirksstadträtin für Schule, Sport und Soziales, Kerstin Beurich. „Aber die Diskussionen haben gezeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg!“

Lichtenberg_PoetinGroßansicht des BildesDie Preisträgerin des Lichtenberger Poetenwettbewerbs Elisabeth Hackel (85).

Elisabeth Hackel, geb. 1924, zum Älterwerden:

Ich habe mich gewöhntIch habe mich gewöhnt
an Döner, Pasta, Online,
an Beschleunigung,
an Pizza, an´s Alleinsein
und an das Wort Friseurin.Ich habe mich gewöhnt
an freie Wahl zwischen Übeln,
an meinen kurzen Atem
und an meinen Hauswirt
und langsam auch an Rikschas,
die beingetriebenen Dreiradkutschen,und nun gewöhn ich mich
verwundert an meine Gewöhnung.