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Aktiv im Alter

Sie könnten mehr Spuren hinterlassen als eine Kuhle im Sofa.

Altes rotes Sofa mit ausgesessener Sitzfläche


„Mittendrin“ – Ein Film über die Vielseitigkeit des Älterwerdens in Berlin Mitte

„Klappe und Action“! Bei diesem Satz denken viele an Hollywood, Kino, Stars und  Glamour. Hollywood-Filme entführen die Zuschauer meist in fantastische Welten, weit weg vom eigenen Alltag. Nicht umsonst wird die amerikanische Filmstadt auch die „Traumfabrik“ genannt. Oftmals schreibt aber das reale Leben die interessantesten und schönsten Geschichten. Aus diesem Grund startete der Bezirk Berlin Mitte ein Filmprojekt der ganz besonderen Art. Als die Kommune in das Bundesmodellprogramm „Aktiv im Alter“ aufgenommen wurde, fragten sich Verantwortliche und freiwillig Engagierte, welche interessanten Aktivitäten und Projekte man gemeinsam realisieren könnte.

Gemeinsam etwas auf die Beine stellen

Film Mitte 1Großansicht des BildesFilmteam bei Dreharbeiten

Die Freiwilligen Agentur Berlin Wedding, ein Kooperationsprojekt aus Arbeiterwohlfahrt, dem Verein Selbsthilfe-im-Vorruhestand, der NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße und dem Bezirksamt Mitte, überlegte, wie man das vielfältige Engagement der Seniorinnen und Senioren vor Ort am besten darstellen könnte. Die Beteiligten waren sich schnell einig, dass ein Film das Älterwerden in Berlin Mitte am lebendigsten darstellen würde. Das Filmteam entschloss sich, die Menschen in einer Dokumentation selbst zu Wort kommen zu lassen. Die Hobbyregisseure entwickelten dafür einen Fragebogen, der als Richtschnur für Interviews diente und zugleich das Drehbuch des Films war. Fachliche Unterstützung erhielt das Team dabei von der Sozialwissenschaftlerin Frau Kirschbaum. Die professionelle Filmemacherin Frau Macziey gab den Beteiligten eine Einführung in Film-, Kamera- und Schnitttechniken. Die notwendige Ausstattung wie Kamera, Ton- und Lichtanlage stellte der Offene Kanal Berlin zur Verfügung. Die gesamte Koordination sowie die Auswahl der Interviewpartnerinnen und Interviewpartner übernahm die Freiwilligen Agentur Wedding. Neben kurzen Porträts sollten die „Darsteller“ über ihr Engagement in den verschiedenen Projekten und Initiativen im Bezirk berichten.  Dazu gehörte zum Beispiel Herr Schlieter, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der AWO engagiert und gemeinsam mit seiner Frau das „Herz“ des Seniorenwohnhauses und der Begegnungsstätte Spener Straße im Stadtteil Moabit darstellt.

In nur fünf Monaten entstand ein kleines Meisterwerk

Film Mitte 2Großansicht des BildesElke Harms mit Akteuren und Gästen bei der Filmpremiere

Innerhalb eines halben Jahres ist so ein vielschichtiges Portrait über das freiwillige Engagement älterer Menschen in Berlin Mitte entstanden. Auf sehr einfühlsame Weise zeigt der Film die Wünsche und Erwartungen, aber auch die Ängste und Sorgen, die mit dem Gedanken an das Altern verbunden sind. Das Filmprojekt verdeutlicht damit auf einmalige Weise, wie wichtig gute Vernetzung und Kooperation für gelungene Seniorenarbeit ist. Elke Harms, Koordinatorin des Modellprojekts Aktiv im Alter im Bezirksamt Berlin Mitte, hebt hervor: „Die nachhaltigen Effekte dieses Projekts liegen in dem generationsübergreifenden Arbeitsansatz. Sowohl innerhalb des Filmteams als auch im engen Kontakt zu den Interviewpartnern wurde das Nachdenken über selbstbestimmtes und aktives Altern gefördert.“ Außerdem zeigt der Film die Vielfältigkeit des Bezirks auf, denn seit vielen Jahren leben hier verschiedene Nationalitäten zusammen. Multikulturelle und generationenübergreifende Zusammenarbeit findet beispielsweise in der Theatergruppe „Bitter und Süß“ statt. Die Stücke der Gruppe setzen sich dabei mit Situationen aus dem täglichen Leben auseinander und zeigen, auf welche Weise mit dem Thema Alter in verschiedenen Kulturkreisen umgegangen wird.

Oscarreife Premiere

Uraufgeführt wurde der Film am Aktionstag „Aktiv im Alter“ im Rathaus Wedding. Auch der Offene Kanal Berlin sendete das Portrait im Fernsehen. Der Film „Mittendrin“ ist zu einem herausragenden Projekt im Rahmen von Aktiv im Alter geworden und hat –  ganz wie in Hollywood – einen Oscar verdient!