Mittendrin statt nur dabei
Seit über 30 Jahren zieht der Buchholzer Wochenmarkt an jedem Samstagmorgen Menschen aus der ganzen Region an. Neben vielen frischen Köstlichkeiten sind es vor allem Originale wie „Wurst Peter“ die dem Markt seinen eignen Charme geben. Der Bratwurststand ist aber nicht nur in kulinarischer Hinsicht ein Besuch wert, sondern zugleich ein Treffpunkt, an dem man ins Gespräch kommt und miteinander „schnackt“, wie es in Buchholz heißt. Hier treffen sich Freunde und Bekannte und tauschen sich über die neuesten Geschichten der Stadt aus. Maren Timm, Mitarbeiterin im Fachbereich für Jugend und Soziales der Stadt Buchholz, und Bärbel Wagner, Pressesprecherin des Mehrgenerationenhauses „Kaleidoskop“, mussten daher nicht lange überlegen, wo die Auftaktveranstaltung für das Bundesmodellprogramm „Aktiv im Alter“ stattfinden sollte. Der Markt bot die ideale Kulisse um den Bürgerinnen und Bürgern das Bundesmodellprogramm vorzustellen.„Aktiv im Alter“ versteht sich als Motor für eine innovative kommunale Seniorenpolitik. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Akteure Hand in Hand arbeiten. Dieser Anspruch wurde in Buchholz von Anfang an umgesetzt. So wurden gezielt ortsansässige Vereine und Organisationen angesprochen, die dann die Vorbereitungen auch tatkräftig unterstützten. Direkt auf dem Marktplatz wurde eine kleine Bühne aufgebaut, auf der die Kinder des städtischen Kindergartens gemeinsam mit Bürgermeister Wilfried Geiger den Startschuss für das Modellprogramm gaben. Nachdem die Kindergartenkinder die Anwesenden mit ihrem Lied „Unsere Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ zum Schmunzeln brachten, betonte Bürgermeister Wilfried Geiger in seiner Rede: „Das ehrenamtliche Wirken jüngerer und älterer Menschen für unsere Gesellschaft lässt sich nicht hoch genug schätzen. Durch eine aktive Bürgerschaft von Seniorinnen und Senioren können wir auf die Folgen des demografischen Wandels eingehen.“ In zwei Zelten neben der Bühne konnten interessierte Besucherinnen und Besucher bei heißen Getränken die „1000-Wünsche-Karten“ ausfüllen. Großansicht des BildesMithilfe der Karten wird der Bedarf von Angeboten für Seniorinnen und Senioren vor Ort ermittelt. So entstehen neue Projekte, die ältere Menschen in das Gemeinwesen einbinden. Mittlerweile haben sich in Buchholz 33 Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, um das Bundesmodellprogramm "Akiv im Alter" mitzugestalten. Außerdem haben sich 24 ortsansässige Vereine und Organisationen an der Fragebogenaktion beteiligt und Interesse bekundet, das Programm zu unterstützen.
Die zahlreichen Wünsche, die bisher geäußert wurden, reichen von einem Tanztee für Seniorinnen und Senioren, über eine Seniorenjobbörse oder einem Busservice für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den ländlichen Gegenden rund um Buchholz. Diese Vorschläge sollen dann am 20. März 2010 auf dem Bürgerforum „Zukunftswerkstatt“ gemeinsam diskutiert werden.Seit dem bundesweiten Programmstart von „Aktiv im Alter“ im Jahr 2008 gab es bereits über 100 Kick-off-Veranstaltungen in ganz Deutschland. Das Beispiel in Buchholz zeigt, wie durch eine gelungene Auftaktveranstaltung viele Menschen erreicht werden können und dadurch bürgerschaftliches Engagement jenseits aller Altersgrenzen entstehen kann.

