Vielfältig, zahlreich, überraschend - das Engagement Älterer vor Ort
Großansicht des BildesErfahrung hilft - zum Beispiel beim Einstieg in den Beruf. Quelle: dpa
Ältere Menschen arbeiten im Besuchsdienst von Altenheim oder Hospiz, gründen Computerclubs, spielen Theater und organisieren Modenschauen, beraten Jugendliche beim Einstieg in den Beruf oder helfen Kindern bei den Hausaufgaben – sie engagieren sich täglich in den unterschiedlichsten Bereichen.
Ältere Menschen engagieren sich immer stärker
Das Lebensgefühl der Seniorinnen und Senioren hat sich verändert: Die ältere Generation ist selbstbewusst, immer mehr Ältere möchten Verantwortung übernehmen, selbst etwas leisten.
Das drückt sich auch in ihrer gesteigerten Bereitschaft aus, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Der Freiwilligensurvey (Die Umfrage „Freiwilliges Engagement in Deutschland") zeigt: In der Altersgruppe der 14- bis 59-Jährigen ist die Bereitschaft dazu zwischen 1999 und 2004 nur leicht gestiegen. Die Älteren dagegen werden immer aktiver. Beinahe jeder dritte über 60-Jährige gab an, sich freiwillig zu engagieren. Besonders stark hat der Einsatz der 60- bis 69-Jährigen zugenommen.
Hinter diesen trockenen Zahlen verbergen sich vielfältiges Engagement, hohe Leistungsbereitschaft und Kreativität.
Von Mithilfe in der Institution bis hin zum Start eigener Projekte - Lebenserfahrung im Einsatz
Ältere Menschen sind aus der Freiwilligenarbeit im sozialen Bereich, zum Beispiel bei der Kranken- und Pflegehilfe, sowie bei der Betreuung von sozial Schwachen nicht mehr wegzudenken. Vereine und Einrichtungen vor Ort sind immer mehr auf ältere Menschen angewiesen, um ihre Angebote aufrecht zu erhalten. Seniorinnen und Senioren unterstützen auch kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder, Bibliotheken und Museen.
Daneben entstehen Projekte und Initiativen, die von Älteren selbst entwickelt und aufgebaut werden.
Seniorinnen und Senioren nehmen ihre Angelegenheiten selbst in die Hand – sie gründen Freizeitgruppen, werden sportlich aktiv, errichten Anlaufstellen für Menschen, die im Alter zu vereinsamen drohen, und schaffen Hilfenetzwerke. Die älteren Menschen eröffnen Handwerksdienste und beraten Jungunternehmer bei der Unternehmensgründung.
Sie bieten Lesekurse und Sportprogramme in Kindertagesstätten an, organisieren Treffen zwischen Künstlern und Kindern oder übernehmen Konfliktmoderationen in Schulen.
Auch der „Freiwilligendienst aller Generationen" gibt vielfältige Möglichkeiten zum Engagement und eröffnet attraktive Tätigkeitsfelder für ältere Menschen.
In all diese Projekte bringen sie Fachwissen und Lebenserfahrung ein. Sie setzen auf ihre Berufserfahrung oder starten auch etwas völlig Neues.
Der Wissenshunger der Älteren
Das Alter bietet viele Chancen der Weiterentwicklung. Auch das Interesse an Bildung wächst. Darauf haben sich bereits viele Universitäten, Volkshochschulen und Bildungsanbieter eingestellt und ihre Angebote für Ältere geöffnet. Das gemeinsame Lernen von Jung und Alt ist hier besonders gefragt. Die Bildungseinrichtungen nehmen auch vermehrt Angebote in ihr Programm auf, die auf die Interessen und die speziellen Lernformen von Älteren zugeschnitten sind. Fortbildung öffnet neue Wege zum Engagement und macht auch hier „Karrieren" möglich. Ältere, die sich bereits engagieren, können sich zu seniorTrainerInnen qualifizieren - und so Initiativen beraten, Projekte gründen und als seniorKompetenzteams neue Impulse in die Kommune geben. Ältere Menschen trauen sich neue Dinge zu. Sie treten in Bildungsangeboten und Seniorenakademien nicht nur als Lernende auf, sondern schaffen auch eigene Bildungsangebote.
Kommunen öffnen sich
Viele ältere Menschen nehmen vor allem in den Kommunen aktiv am politischen Leben teil, sie füllen Ämter aus, beraten als Sachkundige die Politikerinnen und Politiker und treten aktiv für ihre Interessen ein. Kommunen haben zunehmend erkannt, dass ältere Menschen aktiv sein und Verantwortung übernehmen möchten – für die eigene und auch die nachkommenden Generationen. Altenpläne der Kommunen befassen sich deshalb nicht mehr ausschließlich mit der Pflegeversorgung, sie zeigen Wege der Teilhabe und des Engagements auf, erstellen Seniorenratgeber und Wegweiser – oftmals gemeinsam mit den älteren Menschen.

