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Gemeinschaftserlebnis Film – Das Seniorenkino in Gelsenkirchen

Senioren sitzen um Tische im Kinosaal und diskutieren lebhaft über den gesehenen Film.Großansicht des BildesNach der Kinovorstellung wird lebhaft über den Film diskutiert.

„Der Film lebt so lange, wie es im Kino dunkel ist“, sagte einst der einflussreiche Hollywoodproduzent Samuel Goldwyn. Dies mag auf die meisten Filmvorführungen durchaus zutreffen - bei den Kinoabenden der Zukunftswerkstatt 50plus in Gelsenkirchen ist jedoch eher das Gegenteil der Fall: Filmkunst ist hier ein Gemeinschaftserlebnis, dass auch dann noch Bestand hat, wenn die Lichter wieder angehen.

„Den Seniorinnen und Senioren mit denen wir das Konzept entworfen haben, geht es nicht nur um eine angenehme Abendunterhaltung. Neben dem Miteinander in angenehmer Atmosphäre, reizt sie besonders der Austausch über neu gewonnene Eindrücke und die Möglichkeit sich mit eigenen Ideen in eine Gemeinschaft einzubringen“, sagt Volkshochschulmitarbeiterin Ruth Raeder, die die Filmveranstaltung zusammen mit der Zukunftswerkstatt 50plus betreut.

Die Idee für das Projekt wurde bereits beim ersten Treffen der Zukunftswerkstatt 50plus im Oktober 2005 vorgebracht. Zu diesem Termin waren über 60 ältere Bürgerinnen und Bürger zusammengekommen, um sich unter anderem darüber auszutauschen, wie man das kulturelle Angebot für Seniorinnen und Senioren in Gelsenkirchen erweitern kann. Da das nächste Kino mit einem Seniorenangebot 13 Kilometer von der Altstadt entfernt liegt, stand eine Filmveranstaltung für ältere Menschen ganz oben auf der Wunschliste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Seit diesem Treffen finden in Gelsenkirchen an 16 Terminen im Jahr Filmabende für ältere Bürgerinnen und Bürger statt. Die Räumlichkeiten  hierfür werden von der Volkshochschule Gelsenkirchen und der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Durch die Verwendung eines hochwertigen Beamers wird zudem sichergestellt, dass sich eine authentische Kinoatmosphäre einstellt.

Die Auswahl der Filme wird von den Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit einer Filmexpertin zusammengestellt und kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: Auf dem Programm stehen sowohl Klassiker als auch Neuerscheinungen aus der ganzen Welt. Filme, die lediglich auf seichte Unterhaltung ausgelegt sind, werden dabei von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eher verhalten aufgenommen, meint Ruth Baeder. „Gute Erfahrungen haben wir hingegen mit anspruchsvollen Werken gemacht, die reichlich Gesprächsstoff bieten. In diesem Zusammenhang wäre zum Beispiel der Film Das Leben der Anderen zu nennen.“

Der große Erfolg der Veranstaltungen, die an manchen Abenden von 60 Seniorinnen und Senioren besucht werden, liegt aber nicht nur an den Filmen und dem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Besonders die Tatsache, dass man hier seinen Horizont erweitern und etwas dazulernen kann, wird von den Besucherinnen und Besuchern begeistert aufgenommen. So sorgt die bereits erwähnte Filmexpertin nicht nur für die Koordination der anschließenden Diskussionsrunde, sondern macht auch auf die Bedeutung von Kameraeinstellungen und Schnitttechniken aufmerksam.

„Für mich ist Kino nicht ein Stück Leben, sondern ein Stück Kuchen“ sagte Alfred Hitchkock einmal. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seniorenkinos ist es beides. Und noch viel mehr.