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Jugend ohne Schulden - das Projekt JoSch im Kreis Offenbach

Senioren und Seniorinnen klären Jugendliche über den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld auf.Großansicht des BildesSenioren und Seniorinnen klären Jugendliche über den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld auf.

Wie Erhebungen der Schufa zeigen, verfügen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 19 Jahren in Deutschland mit 20 Milliarden Euro über so viel Geld wie nie zuvor. Gleichzeitig nehmen  aber auch die Schulden in dieser Altersgruppe deutlich zu. Während die Schufa 6 Prozent an verschuldeten Jugendlichen verzeichnet, beziffern andere Institute diese Gruppe sogar mit 12 Prozent.     

Im Kreis Offenbach haben engagierte Seniorinnen und Senioren vor drei Jahren beschlossen, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau konzipierten sie ein Unterrichtsprogramm zur Schuldenprävention an Schulen, das seither einen wertvollen Beitrag zur finanziellen und wirtschaftlichen Allgemeinbildung junger Erwachsener leistet. Und der Erfolg von JoSch gibt ihnen Recht: Nicht nur erhalten sie von Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften begeisterte Rückmeldungen, sie wurden darüber hinaus vom hessischen Sozialministerium für besonderes bürgerschaftliches und soziales Engagement ausgezeichnet.

„Die Ausdauer und der Ideenreichtum mit dem unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer das Projekt vorantreiben, verblüfft mich immer wieder“, meint Astrid Metzler, Koordinatorin von JoSch. „Sie waren maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts beteiligt, begeistern immer wieder mit Verbesserungsvorschlägen und sind teilweise seit Beginn ununterbrochen aktiv.“ Für das Seniorenbüro Winkelsmühle der Diakonie sind solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Glücksfall: Schließlich bedarf es für diese verantwortungsvolle Aufgabe, neben Kreativität, auch besondere Begeisterungsfähigkeit und Motivation. Denn nicht nur die wöchentlichen Team-Treffen, auch die Einsätze an den Schulen, verlangen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges ab.

„Besonders bewährt hat sich das Programm in der neunten Klassenstufe, zum Beispiel im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts, da hier Schülerinnen und Schüler das Alter erreichen, in dem sie häufig zum ersten Mal eigenes Geld verdienen“, berichtet Astrid Metzler. In den 5 Unterrichtsmodulen die zu je zwei Stunden innerhalb des regulären Schulbetriebes konzipiert sind, werden Themen wie, Finanzkompetenz, Werbung und Konsumverhalten oder „Kostenfalle Handy“ behandelt.

Obwohl keine Teilnahmevoraussetzung für ein Engagement bei JoSch, ist es in diesem Zusammenhang von Vorteil, dass alle freiwilligen Helferinnen und Helfer früher in der Geschäftswelt tätig gewesen sind und Berufe wie Manager, Verkaufsleiter oder Controller ausgeübt haben. Wenn sie in Zweier-Gruppen vor einer Klasse stehen erhalten Schülerinnen und Schüler direkt anwendbares Wissen, welches sich aus lebenslangem Lernen und Kompetenz speist. Neben praktischen Tips zu Lebenshaltungskosten oder dem Abschluss eines Handyvertrages, wird hier vor allem eines geleistet: Die Tradition von Erfahrungswissen an die jüngere Generation, wie sie sich seit jeher bewährt hat.

Es sind aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler, die von dem Programm profitieren – auch die freiwillig Engagierten können eine Menge in ihrem Wirken hinzulernen: Durch die Weitergabe von Lebenserfahrung und Wissen erhalten sie die Möglichkeit die Gesellschaft mitzugestalten und an neuen Aufgaben zu wachsen. Darüber hinaus werden für das JoSch-Team Schulungen bei einer Schuldenberaterin und einem Kommunikationsexperten angeboten.

Wie Projektleiterin Astrid Metzler berichtet, ist es neben dem Partizipationsaspekt aber besonders  eines, was die Freiwilligen immer wieder von neuem dazu antreibt, ihr Bestes zu geben: Die Möglichkeit eines generationenübergreifenden Dialoges auf gleicher Augenhöhe und die Erweiterung des eigenen Horizontes.