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Aktiv im Alter

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Altes rotes Sofa mit ausgesessener Sitzfläche


Füreinander da sein – die Gelebte Nachbarschaft in Hagen

NachbarschaftGroßansicht des BildesDas Projekt "Gelebte Nachbarschaft" trifft sich einmal im Monat in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in Hagen.

Seine Nachbarn kann sich niemand aussuchen. Das bedeutet aber nicht, dass man nur nebeneinander leben muss – warum nicht miteinander und füreinander? Das dachte sich Margarete Dott aus Hagen und gründete in ihrem Stadtteil Wehringhausen das Projekt „Gelebte Nachbarschaft“. Hier treffen sich Menschen, die sich täglich auf der Straße begegnen, Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Talenten. Sie tauschen sich aus und helfen einander. Denn es gibt viele Dinge, die sich gemeinsam einfacher bewältigen lassen.

Der Zusammenhalt ist es, der das Netzwerk von Margarete Dott so stark macht. Ist das Fahrrad kaputt? Spinnt der Computer? Die Zeit zu knapp zum Einkaufen? Einer in der Gruppe kann immer einspringen, sei es mit Tat oder mit Rat, spontan oder geplant. Fest steht: Einmal im Monat trifft sich das Dutzend Teilnehmer des Netzwerks zum Frühstück in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt, tauscht sich aus und entwickelt neue Ideen, wie man sich gegenseitig helfen kann. „Eine erweiterte Sicht auf die Dinge des Lebens“, beschreibt die 64-Jährige den Gewinn für die Menschen im Netzwerk.

Miteinander etwas unternehmen, füreinander einstehen, sich umeinander kümmern – dafür möchte Gelebte Nachbarschaft eintreten. Die Idee kam Margarete Dott, als sie sich 2007 zur SeniorTrainerin qualifizieren ließ. SeniorTrainerinnen und SeniorTrainer sind Menschen, die ihr Berufsleben abgeschlossen haben und sich in neuen Verantwortungsrollen engagieren. Sie beraten Freiwilligeninitiativen, Vereine und Einrichtungen, entwickeln Projekte und bauen neue Initiativen auf.Margarete Dott wollte einen Beitrag zur Nachbarschaftshilfe leisten – fand aber nur regionale Angebote großer Sozialträger. Also war Eigeninitiative gefragt: „Ich entwarf ein Flugblatt mit konkreten Beispielen gegenseitiger Hilfe. Ein eigenes Logo war schnell gemalt. Diese Werbebotschaft kopierte ich tausendfach, warf sie in Briefkästen und verteilte sie in Geschäften“, sagt Margarete Dott. Zum ersten Treffen kamen auf Anhieb zwanzig Menschen. Das Hagener Seniorenbüro und die Freiwilligenzentrale der Stadt sagten ihre Unterstützung zu.

Hilfsbereitschaft ist aber nur die eine Seite. Auch der soziale Teil ihres Netzwerks ist Margarete Dott wichtig. Gemeinsames Singen, Ausflüge, Messebesuche, ein Flohmarkt – so werden die Verbindungen zwischen den Menschen gestärkt, und jeder erweitert seinen Horizont. Auch alte und kranke Menschen, die vielleicht nicht mehr aus eigener Kraft Kontakt mit anderen aufnehmen können, möchte Margarete Dott einbeziehen und vor möglicher Vereinsamung schützen. Und auch an die Jugend hat sie gedacht: „Begegnungen mit Kindern, zum Beispiel auf kreativer oder musikalischer Ebene, das ist eine meiner Ideen für die Zukunft.“ Alle Generationen sollen in das Projekt eingebunden werden. Schließlich ist Nachbarschaftspflege keine Frage des Alters.

Für sich hat die SeniorTrainerin so einen Weg gefunden, ihr Alter aktiv zu gestalten: „Ich kann als Mensch für andere wichtig sein, über meine Familie hinaus. Und ich entdecke, welche verborgenen Fähigkeiten in mir schlummern.“