Aktiv im Alter

Sie könnten mehr Spuren hinterlassen als eine Kuhle im Sofa.

Altes rotes Sofa mit ausgesessener Sitzfläche


Startschuss für eine soziale Bewegung

14.04.08

Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei der Fachtagung "Alter schafft Neues".Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.  BMFSFJ

Rund 150 Experten aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft haben bei der Fachtagung „Alter schafft Neues" vom 2. bis 3. April nach Wegen gesucht, um in Deutschland ein neues Bild des Alters zu schaffen. „Das aktive Alter ist von unschätzbarem Wert für die Wertebasis unserer Gesellschaft", sagte Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), bei dem Expertentreffen. Ältere Menschen, die sich für andere einsetzen, stärken die Solidarität der Generationen, so Kues. „Ohne die vielen freiwillig engagierten Menschen müssten viele Museen, Bibliotheken, Schwimmbäder und Sportstätten schließen." Krankenhäuser, Pflegeheime und Hospize wären ohne die Besuchsdienste der älteren Generation weitgehend auf Versorgungsleistungen beschränkt.

Memorandum – Vision einer Beteiligungsgesellschaft

Grundlage der Vorträge, Podiumsdiskussionen und Foren war das Memorandum „Mitgestalten und Mitentscheiden – Ältere Menschen in den Kommunen", das Leitlinien für das Programm „Aktiv im Alter" vorzeichnet und politische sowie gesellschaftliche Handlungsperspektiven gibt. „Dieses Memorandum liest sich wie die Vision einer Beteiligungsgesellschaft", sagte Dr. Hermann Kues. Das Dokument ist gemeinsam von Ländern, kommunalen Spitzenorganisationen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Seniorenorganisationen unter Federführung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) erarbeitet worden. BAGSO-Ehrenvorsitzende Roswitha Verhülsdonk hatte es im Vorfeld des Expertentreffens Bundesministerin Ursula von der Leyen überreicht

Generation „Erfahrung" statt Generation „Sorge"

Der nordrhein-westfälische Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Armin Laschet, ging in seinem Vortrag auf die konkrete Umsetzung des Memorandums in seinem Bundesland ein. In der Metropolregion Ruhr sei der demografische Wandel bereits besonders spürbar und nehme die Entwicklung im übrigen Deutschland vorweg. Ältere müssten als „Generation Erfahrung" und nicht als „Generation Sorge" wahrgenommen werden, so Laschet. In NRW ist beispielsweise die obere Altersgrenze für Oberbürgermeister und Landräte aus der Gemeindeordnung gestrichen worden.

Startschuss für viele Initiativen

Professor Gerd Naegele vom Institut für Gerontologie an der Universität Dortmund referierte die wissenschaftliche Position des „Active Aging", die im Memorandum aufgegriffen wird.

Zahlreiche weitere Vorträge und Diskussionen beschäftigten sich mit der Frage, wie die Ideen und Perspektiven des Memorandums in Deutschland Realität werden könnten. „Ich hoffe, dass dieses Programm einen weiteren Schub zur Umsetzung des Leitbildes eines aktiven Alters in den Kommunen geben wird", wünschte sich der Parlamentarische Staatssekretär. Roswitha Verhülsdonk versicherte, gemeinsam mit allen Akteuren solle eine ‚soziale Bewegung’ für ein aktives Alter geschaffen werden: „Mit dieser Tagung setzen wir den Startschuss für viele Initiativen!"